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  • Demokratie-Stunde in Peine

    Demokratie-Stunde in Peine

    Ich arbeite für die Landesverwaltung – da hat man kommunale Themen nicht immer so direkt im Blick. Aber heute muss ich mal eine Lanze für die Kommunen brechen – stellvertretend für den ⏩ Landkreis Peine und hier konkret für ⏩ Kreismuseum Peine.

    Zum einen kostet es keinen Eintritt – was ich schon mal klasse finde. Zum anderen ist es liebevoll und sehr interaktiv gestaltet. Die Stadt- und Kreisgeschichte wird in der Dauerausstellung lebendig erlebbar: Im Erdgeschoss mit historisch eingerichteten Räumen (einem Tante-Emma-Laden, einer Schusterwerkstatt, einer Gesellenstube oder das Zimmer des Amtmanns Ziegler), in den Etagen darüber finden sich ein altes Klassenzimmer und viele Exponate zur Geschichte von Zucker und Stahl in der Region. Und immer dazwischen, etwas zum Anfassen und Gestalten. Einfach nett gemacht und nett anzusehen.

    Die szenische Gestaltung entführt die Besucher und Besucherinnen ein eine andere Zeit.

    Richtig begeistert war ich von der Sonderausstellung „Alter Verwalter“ (von März bis November 2026). Die Grundidee: Die Kommune als Basis der Demokratie – hier kann die Gemeinschaft Einfluss auf ihr direktes Umfeld nehmen und zusammen gestalten und verwalten. Jede Besucherin und jeder Besucher erhält einen Brustbeutel mit Münzen. Diese können an einer Vielzahl interaktiver Stationen eingesetzt werden: Das Budget kann gewichtet und gesteuert, Bürokratiemonster mit dem Tennisball abgeworfen oder ein Museumspass erstellt werden. Manchmal gewinnt man Wert-Münzen dazu und man merkt auch schnell, dass es nicht für alles reicht. So lässt sich kommunale Arbeit sehr gut vermitteln.

    Zitat von Bernd Ulrich

    Aber besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Zugang zu der Sonderausstellung: An den Wänden waren Zitate zum Thema „Demokratie“ aufgetragen. Hängen geblieben bin ich dabei am Zitat des Journalisten Bernd Ulrich: „Jahrzehntelang mussten sich die Bürgerinnen und Bürger in den westlichen Demokratien keine Rechenschaft darüber ablegen, ob sie nun im Herzen Demokraten sind oder ob die Demokratie  für sie lediglich das beste Vehikel für den Wohlstand ist […] Plötzlich liegt die Gewissensfrage auf dem Tisch: Waren überhaupt je Demokraten oder nur Konsumenten.“ Das hat gesessen! Es gibt Zeiten, da muss sich jede und jeder bekennen, ob es ihr oder ihm um die Demokratie geht oder ob diese bisher nur bequemlich angenommen wurde, weil sie ohnehin da war.

    „Die Göttin der Demokratie“ muss fortlaufend befüllt werden – das geht auch immer nur zusammen.

    Dort im Zugangsbereich findet sich auch eine aufblasbare Skulptur mit dem Titel „Göttin der Demokratie“ – die lässt sich nur zweit aufpumpen und muss auch weiterhin mit Luft versorgt werden. Direkter erlebbar kann das Thema Demokratie nicht vermittelt werden: Es geht nur zusammen!

    Fediverse-Reaktionen