Ich gestehe: Ich bin Schottland-Fan. Inklusive Dudelsack-Musik – aber auch inklusive Whiskey, Landschaft, Menschen und Haggis. Ich mag Schottland wirklich und war ein paar Jahre hintereinander regelmäßig auf dem Edinburgh Tattoo. So, jetzt ist es raus.
Und ich mag auch Brettspiele. Da musste es ja irgendwann passieren: Ich habe ein Schottland-Brettspiel kreiert – und das kam eigentlich fast spontan.
„Loch Lomond“ ist eines der beliebtesten Volkslieder Schottlands. Ich habe euch hier eine ⏩ Playlist zum Reinhören und Reinschauen mit einer Fülle unterschiedlichster Interpretationen zusammengestellt. Obwohl es immer dasselbe Lied ist, wird es trotzdem nicht langweilig.
Im Sommer 2024 bin ich über die ⏩ Version der polnischen Ska-Band „Leniwiec“ (was putziger Weise übersetzt „Faultier“ heißt) gestolpert, die meinem Ohrwurm ausgesprochen gut gefiel. Der ⏩ polnische Text hat mit dem Original eher wenig zu tun. Bei Leniwiec geht es in erster Linie ums Saufen in einer Kneipe, die so heißt wie das Loch:
Es war das erste Mal, dass ich mit dir getrunken habe /
Im Loch Lomond /
Unterseite der Brille /
Du hast immer noch genug gesagt /
Aber du wolltest trotzdem mit mir trinken. //Heute trinkt niemand mehr so /
auf dem Rücken liegen
So viel erstmal zum Bechern bis zur „Unterseite der Brille“. Im Originaltext geht es natürlich um etwas völlig anderes: Das Volkslied von der Sehnsucht nach den schönen Ufern des Loch Lomond im Südwesten der schottischen Highlands ist eines der Bekanntesten weltweit. Die Melodie soll 1841 erstveröffentlicht wurden sein, der Text basiert auf dem Gedicht „The Bonnie Banks o‘ Loch Lomond – 1746“ von Andrew Lang, das rund um das Jahr 1876 erschien.
Erzählt wird die Geschichte von Donald McDonald von den McDonalds von Keppoch, der nach dem letzten Jakobineraufstand, in dem die Highlander 1746 von der englischen Armee in Culloden vernichtend geschlagen wurden, zum Tode verurteilt in Kerkerhaft sitzt. Er schreibt seiner Geliebten Moira einen Abschiedsbrief, in dem er bedauert, nicht mehr gemeinsam mit ihr an den schönen Ufern des Loch Lomond stehen zu können.
Ein Kamerad von ihm wurde begnadigt und darf zurück in die heimatlichen Highlands, während Donald McDonald auf seine Hinrichtung wartet. Sein Freund kann nun über die sanften, grünen Hügel nachhause wandern (er nimmt also die ‚high road‘), wohingegen die Seele von Donald McDonald nur durch das Reich der Toten (über die ‚low road‘) zurück nach Schottland fliegen und so noch vor seinem Kameraden dort ankommen kann. Das steckt hinter der Refrain-Zeile des bekannten Liedes: „Oh ye’ll take the high road and I’ll take the low road, And I’ll be in Scotland afore ye“

Und da kam mir eine Idee: Wie wäre es mit einer Art Wettlauf, bei der man entweder die kürzere, dunkele Straße (die ‚low road‘) oder die hellere, aber längere Straße (die ‚high road‘) benutzen muss? Und auf welcher von beiden ich weiterziehe und wie weit, entscheiden zwei Würfel.
Die Strecke sollte in jeder Runde etwas anders sein, damit es immer neue Streckenvarianten gibt. Und durch das Einwechseln einer Karte, können sich Wege eröffnen oder plötzlich verbaut sein.
Im Prinzip greifen hier drei Spielmechanismen:
1. Bei ⏩ „P’achakuna“ laufen die weißen Lamas durch die grünen Tälern, während schwarze Lamas die kargen Berge erklimmen. Die Wege-Plättchen lassen sich drehen.
2. Bei ⏩ „Carcassonne“ entstehen Wege und Verbindungen durch das taktische Legen von Karten.
3. Und bei ⏩ „Das verrückte Labyrinth“ tun sich neue Wege auf oder werden bestehende Verbindungen blockiert, wenn bei jedem Zug eine Karte ins Spiel eingebracht wird, die eine andere Karte aus dem Spiel nimmt, die der nächste Spieler wieder einbringen muss.
Daraus entstanden ist ein kurzweiliges, schnelles Würfelspiel für zwei Personen. Mit der Spieldauer von ca. 15 bis 20 Minuten pro Runde.

Es gibt eine kleine spielbare „Do-it-yourself“-Variante, die ich zu einem funktionsfähigen Spiel zusammengebastelt habe.
Mutige können das Spiel auf diese Weise gerne testen und hier für schlappe (8,99 Euro) auch käuflich erwerben:
⏩ https://smdus.sumupstore.com
PS.: Das Header-Bild habe ich erstellt, in dem ich den Text des Refrains in eine Bild-KI kopiert habe.


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