Kategorie: Daheim

  • Das Fleischauto

    Das Fleischauto

    Es war wieder einmal mal Wochenende, als mein größerer Sohn sagt: „Papa, ich will ein Auto bemalen.“ Nun hatte ich kein bemalbares Auto griffbereit, aber einen Bogen Pappe und eine Schere.

    Freihändig zeichnete ich die Seitenansicht auf ein kindgerechtes Auto und vervollständigte sie ohne Lineal, Winkelmaß und Hilfslinien zu einem vollständigen Autofaltbogen (wobei ich leider nicht an die Klebekanten dachte). Ausgeschnitten und gefalzt ergab es tatsächlich ein Auto und ich muss zugeben auch ein bisschen stolz zu sein, dass so einfach „aus der Hand“ hinbekommen zu haben. Das ist meinem Sohn egal, denn es ging ihm ja ohnehin nur um Dekorieren.

    Also überließ ich im die Wahl, was er aus den Supermarkt-Prospekten zum Dekorieren verwenden wollte – er entschied sich für Fleisch! Da hilft auch nicht, dass wir auf einen der hinteren Kotflügel einen Guggelhopf im Glas und eine Scheibe Brot verbauen. Am Ende kleben wir noch Gesichter auf die Fensterflächen des rollenden Fleischmasse, aber das macht es auch nicht viel besser. Aber mal ganz ehrlich: Mir sind Fleischberge lieber als Ponys, Schmetterlinge und pinke Elfen. Ein bisschen stolz bin ich schon auf meinen Sohn für sein sichere Händchen beim Dekorieren.

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  • Partzipienreiter

    Partzipienreiter

    Die Partizipbildung im Deutschen ist gar nicht so leicht und manchmal auch nicht ganz logisch. Bei Kindern im beginnenden Kindergartenalter sorgt für die schönsten Stilblüten. Mir gefiel schon seit längerer Zeit die Wortbildung „gebest“, die sich von Besen ableitet und meint eigentlich „gefegt“. Im vollständigem Satz: „Hast Du schon die Krümel unter dem Tisch weggebest?“

    Ein neuerliches Highlight ist „geschleift“ als Ableitung von „eine Schleife gebunden“. Im vollständigem Satz: „Papa, hast Du schon gesehen wie schön die Verkäuferin das Band an das Geschenk geschleift hat?“

    Dieser Beitrag erschien zuerst unter http://www.vatertage.net/alltag-51-partzipienreiter/

  • Kuschelgemüse

    Kuschelgemüse

    Wenn man sieht, wie intensiv sich Kleinkinder mit Alltäglichem beschäftigen können, kann man sehr schnell auf Ideen kommen. So ging es mir, als ich vor längerer Zeit meinen Sohn mit einer Lauchstange beobachtete. Das Gemüse hat haptisch einiges zu bieten: Der Schaft ist glatt und lang, die Blätter kantig, aber biegsam und die Wurzeln kitzeln wie eine kleine Bürste.

    Da habe ich mir gedacht: Die Welt wäre reicher, gäbe es Kuschelgemüse. Natürlich habe ich da noch nicht geahnt, wie reich die Welt schon lange ist, denn Kuschelgemüse gibt es natürlich schon längst – wie es eigentlich schon alles gibt, von dem man meint, es müsste mal erfunden werden.

    Es kommt von der japanischen Kaufhauskette Muji und sieht leider gar nicht so aus, wie es prototypisch entwurfen hätte. Beim Kohl und Lauch kann man nicht auf Anhieb erkennen, was es sein soll, was bei Pilz und Karotte einfacher fällt. Und rasseln tut alles auch noch.

    Hier wurde meiner Meinung erlebnispädagogisches Potenzial verschenkt. Aber was soll’s: Mein Kuschelgemüse hätte ich auch nicht zum vergleichbaren Preis auf den Markt schmeißen können und es spricht ja auch eigentlich nichts dagegen, dass Kinder auch mit echten Gemüse kuscheln – muss halt nur regelmäßig getauscht werden und in die Suppe wandern, wenn es welk wird.

    Dieser Beitrag erschien zuerst unter http://www.vatertage.net/alltag-44-kuschelgemuese/

  • Handschuhe für Anfänger

    Handschuhe für Anfänger

    Kalt genug ist es ja inzwischen – also braucht das Kind Handschuhe. Aber so einfach ist das gar nicht: Versucht man einem Zweijährigen Fäustlinge anziehen, erreicht man damit zunächst nur Erstaunen. Das Ende der Bemühungen ist ein leere Wolle-Wurst am Ende der Arme des kleinen Mannes. Wo die Finger und wo der Daumen in den Fäustlingen hinaus ist dem Kind nur eingeschränkt zu vermitteln.

    Zumindest haben wir von der Tagesmutter gelernt, dass man erst die Handschuhe und dann die Jacke anziehen sollte – das erhöhe die Erfolgschancen, dass die Handschuhe an den Armen bleiben. Aber spätestens beim Loslaufen zeigt sich die Lücke im Konzept: Wenn das Kind stehen bleibt, läuft man mit einem kleinen, leeren Handschuh alleine weiter. Wenn Sie also ein Kind mit nur einem Handschuh alleine in Düsseldorf herumstehen sehen – es könnte meins sein…

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  • Fleischwurst ist ein geiles Gemüse

    Fleischwurst ist ein geiles Gemüse

    Obwohl man meinen könne, Kinder entwickelten einen eigenen Geschmack, ist Fleischwurst die universelle Nummer eins auf Kinder Butterstullen. Inzwischen müssen wir immer warten, bevor wir selber in den Genuss der Wurst kommen, denn Sohnemann ist ganz aus dem Häuschen sobald sein Favorit auf den Tisch kommt. Dann sind selbst Leberwurst und Leerdamer abgemeldet.

    Ich glaube inzwischen auch, dass Fleischwurst die einzige Wurstware der Welt ist, für die Millionen von Kindertränen vergossen wurden – also alles andere, als ein armes Würstchen!

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