Vielen von uns fällt es nicht ganz so leicht, eine neue Sprache zu lernen. Aber wer einen Blog mit WordPress betreibt, wird erstaunt sein, wie schnell dieser mit ActivityPub eine neue Sprache lernen kann und somit zu einer eigenen Instanz im Fediverse wird.
Tatsächlich ist nur ein PlugIn, das einfachheitshalber auch „ActivityPub“ heißt und ein paar Einstellungen erfordert, die man aber an verschiedensten Stellen im Netz gut erklärt findet.
Ich habe mich mit der ⏩ Anleitung von Peter Müller sehr schnell zurecht gefunden. Dass ich dann auf Mastodon meinen eigenen Blog nicht gefunden habe, lag an einem Knoten in meinem Kopf, der von freundlichen Fediverse-Bewohner:innen aber auf Anfrage direkt gelöst wurde.
Es hilft, wenn man bereits mit einem personalisierten Account bei Mastodon aktiv ist, damit man seinen Blog im Fediverse teilen kann, denn ansonsten würde er ja auch nicht gesucht und gefunden werden. ⏩ Annette Schwindt erklärt das Zusammenspiel ganz pragmatisch in Ihrem Blog. Ein bisschen Finetuning muss in den kommenden Tagen von dort noch übernehmen, aber das wird schon flutschen.
Das Ganze geht so einfach und so schnell, dass man sich fragt, warum man das noch nicht viel eher gemacht hat bzw. warum das nicht einfach alle so machen.
Jetzt habt ihr hier den Beweis, wie einfach es ist, alle Links, die ihr dafür braucht, so dass ihr nun keine Ausreden habt, es nicht auch zu tun.
Vor 10 Jahren hätte ich auf Twitter geschrieben, dass ich mich dort „wie der letzte Mohikaner“ fühle – ich mag ein alter, weißer Mann sein, aber kulturelle Aneignung lasse ich mir nicht vorwerfen: Inzwischen heißt die Plattform X und ich gehöre dort zu den „last man standing“, also zu einer der letzten männlich gelesenen Personen, die dort noch versucht, das Fähnchen der Debatten-Kultur hochzuhalten. Aber dieses Fähnchen wird zusehends zur weißen Flagge.
Nach dem großen eXit nach der Übernahme durch #ElonMask ist die Plattform nur noch eine populistische Drecksschleuder, auf der sich alle gegenseitig mit Hass und Polemik überziehen. Ich habe Twitter früher immer geliebt und war stets der Meinung, die Bühne nicht kampflos den frustrierten Wutbürgern zu überlassen. Ich dachte, es kann doch nicht sein, dass wir nationalistischen Bläulingen X als ihre private Echokammer ausliefern und sie somit im Glauben belassen, dass alle um sie herum ihrer Meinung wären.
Ich sah mich inzwischen allein auf weiter Flur mit dieser Einstellung, bis ich auf den Beitrag von Alexander Gutzmer, Professor an der Quadriga Hochschule in Heft Nr. 26 (Ausgabe 4/25) der „KOM“, dem Magazin des BdKom gestoßen bin.
Unter dem Titel „Reingehen statt rausrennen“ schreibt er unter anderem: „Wir sollten versuchen, wieder mehr Dialog zuzulassen und auch da zuzuhören, wo die Botschaften unangenehm werden. Wir sollten entsprechend der Talkshow-Metaphorik wieder reingehen und Diskursräume nicht verlassen.“
Das hat mich ermutigt: Ich habe X geöffnet und der Algorithmus spülte mir direkt diesen Post (siehe Bild) in die Timeline (und das ist noch ein recht harmloser Thread).
Und nun weiß ich auch nicht weiter 🤷🏻♂️
Wie gehe ich da rein? 🤔
Wo kann man da argumentativ anpacken? 🥺
Wer hat eine Idee? 💡
Dieser Beitrag erschien am 10.12.2025 als LinkedIn Beitrag.
Der Wohnungsmarkt ist kaputt: Für Menschen, die sich eine neue Wohnung suchen müssen, wird es immer schwieriger bezahlbaren Wohnraum zu finden. Und gleichzeitig sitzen viele Menschen in Wohnungen, die vielleicht eher unpraktisch sind, aber noch bezahlbar. Wäre Tauschen da die Lösung? Und wenn ja, wie geht das?
Ich hatte mir schon mal verschiedentlich Initiativen zum Wohnungstausch angesehen, vor allem wenn die Kommunalverwaltung daran beteiligt war. So wie hier die Stadt Düsseldorf. Jüngst kam das Thema wieder bei mir auf, als ich in einem Immobilien-Newsletter folgende ⏩ Fokus-Meldung las: „Rentner können es sich kaum leisten, in eine kleine Wohnung umzuziehen“, die mit folgenden Einleitungstext beginnt: „Ältere Menschen blockieren große Wohnungen, die junge Familien dringend brauchen: Deutschland hat somit ein Problem mit der Wohnraumverteilung.“
Die Überschrift beschreibt den Kern des Problems korrekt, der Einstieg verzerrt den Sachverhalt ein bisschen: „Blockieren“ klingt nach Vorsatz, so wie „Klimakleber“ – wobei „letzte Generation“ in der Altersgruppe eigentlich gut passt. Das Problem liegt auf der Hand: Wer einen uralten Mietvertrag mit moderat wachsendem Mietzins (aber vermutlich aktuell explodierenden Nebenkosten) hat, bekommt keine andere Wohnung bei Neuvermietung zu vergleichbaren Konditionen. Bei abbezahltem Wohneigentum ist die Diskrepanz noch krasser: Für das zu entrichtende Hausgeld bekommt man vermutlich nicht mal einen Garagenplatz im selben Viertel. Da bleibt man natürlich lieber in der Wohnung, auch wenn sie vielleicht zu groß und nicht wirtschaftlich ist.
Die Idee: Suchende und Anbietende zu „matchen“. Dazu gibt es logistische und finanzielle Hilfe bei Umzugsabwicklung. Das ist gut! Eigentlich schon sehr gut, aber ein Grundproblem bleibt: Meist bekommt die neue Mietpartei die vormals günstigen Konditionen der bisherigen Mieter nicht automatisch verlängert. Das bedeutet, dass nach dem Tausch vermutlich beide Seiten höhere Kosten haben werden.
Ausgerechnet die vorherige NRW-Regierung aus CDU und FDP hatte vorgeschlagen, dass die Mietkonditionen nach dem Tausch für fünf Jahre zunächst gleichbleiben sollten:
„In Nordrhein-Westfalen schlugen FDP und CDU bereits 2017 ein Pilotprojekt zum Wohnungstausch zwischen älteren und jüngeren Menschen vor. Zum Vorteil für beide Seiten: Wohnungstauscher sollten, wenn sie umziehen, 5000 Euro für Renovierung und energetische Modernisierung bekommen. Die Idee sah vor, dass die Wohnungstauscher fünf Jahre ihren alten Quadratmetermietpreis zahlen sollten.“
Aktuell im April 2023 hat „Die Linke“ das Thema noch mal adressiert. Der Vorschlag hier: Die Beibehaltung der Mietkonditionen nach einem Tausch solle gesetzlich festgeschrieben werden. Unabhängig davon, dass dies in die grundsätzliche Vertragsfreiheit eingreifen würde – was zulässig wäre, aber gut begründet werden muss – wird die Idee allein daran scheitern, dass sie von den Linken eingebracht wurde.
Aber wie sieht es denn nun bisher mit dem Wohnungstausch konkret aus? Auch gerade hier an meinem Wohnort Düsseldorf? Ich konnte vor ein paar Tagen darüber ausführlich mit Florian Tiegelkamp-Büngers vom Amt für Wohnungswesen der Landeshauptstadt Düsseldorf sprechen. Er betreut die Wohnungstauschbörse der Stadt und man merkt, dass er für die Idee und sein Projekt brennt.
Bereits seit 2019 ist Düsseldorf auf der Plattform aktiv und war damit eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Die Basiszahlen im System sehen gar nicht so schlecht aus: Seit Anfang 2020 gab es knapp 650 aktive Nutzerkonten, von denen etwas über die Hälfte derzeit noch einen aktiven Status haben. Tiegelkamp schreibt Nutzerinnen und Nutzer nach sechsmonatiger Inaktivität an. Wer nach dreimaligen Anschreiben nicht wieder aktiv wird, wird aus dem System gelöscht, könnte es aber jeder Zeit wieder neu anmelden. Aktuell sind rund 80 Anzeigen für Düsseldorf im System, insgesamt waren es gut über 300. Dennoch fällt die Bilanz eher nüchtern aus: Bisher kam in Düsseldorf über das System nur ein Tausch tatsächlich zustande.
Dabei ist die Anzahl der „Matches“ aber verhältnismäßig hoch, was aus der hohen Nachfrage resultiert: Ein Angebot macht dann viele Nachfragen. Das ist ein bisschen so, als würde sich eine echte Frau aus Versehen auf einer Dating-Plattform anmelden.
Das Hauptproblem liegt im Bekanntmachen des Angebots. Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften sind schnell angeschrieben und informiert, aber den freifinanzierten Wohnungsmarkt zu erreichen ist nicht so einfach. Darüber hinaus die Hälfte der Zielgruppe (ältere Mitmenschen) häufig nicht so digital wie das Angebot. Daher liegen auch Flyer in den Senioren-Stadtteilzentren aus und Florian Tiegelkamp berichtet, dass er gerne hilft den Account für die Offline-Generation anzulegen, wenn es nötig ist.
Freiburg und Bremen dienen gerne als Aushängeschilder beim kommunal unterstützten Wohnungstausch, aber in Freiburg wurde die Einführung des Angebots auch einer großen Plakatkampagne begleitet.
Aus meiner Sicht, bleibt die zu Grunde liegende Idee spannend. Ich weiß nicht, ob die finanziellen Hilfen bei der Umzugslogistik ausreichend sind, wenn es keine (zeitweise) Festschreibung der Konditionen als Tauschbasis gibt. Auf jeden Fall, versuche ich die Wohnungstauschbörse und das entsprechende Konzept dahinter bekannter zu machen und dies ist bereits ein erster Beitrag dazu.
Anstatt eines zentralen Spielbretts sollte jeder Mitspieler ein ‚Spielbrettchen‘ – also eine eigene Spieltafel – mit dem zu bebauenden Gelände bekommen. Um die Chancengleichheit zu wahren müssen alle die selbe Zahl von Gebäuden mit der selben Anzahl von Stockwerken errichten. Diese sind auf den Bauplätzen lediglich für den visuellen Reiz immer ein bisschen anders angeordnet und die Siedlungen weichen so nach ihrer Fertigstellung ein bisschen von einander ab.
Der schnellste Weg zu einem ‚Spielbrettchen‘ war die Gestaltung in Powerpoint und der farbige Ausdruck auf Papier. Damit es wiederholt bespielbar wird, habe ich es im Copyshop laminieren lassen. Die benötigte Drehscheibe wurde genauso erstellt.
Jedes Gebäude auf dem zu bebauenden Gelände braucht ein Fundament („Bodenplatte“), eine gewisse Anzahl von Geschossen (1×2, 2×3, 1×4, 1×6 und 1×7) und wird mit einem Dach (bis vier Geschosse Spitzdächer, die beiden Hochhäuser bekommen jeweils ein Flachdach) abgeschlossen. Wer hier schnell rechnen kann erkennt, dass jeder Spieler allein bereits 25 Geschosse benötigt, um alle Gebäude auf seinem Baugrund zu errichten. Dazu kommen Fundamente und Dächer – bei sechs Spielern kommt da eine Menge Holz zusammen.
Apropos „Holz“: Von Anfang konnte ich mir nur Holz-Spielsteine für das Spiel vorstellen. Und zum Glück gibt es eine Vielzahl von Spielematerial-Anbietern im Netz, so dass man dort die gewünschten Mengen einfach bestellen kann. In meinem Fall waren das runde, grüne Holzscheiben als Fundamente, kleine, rote Dreiecke als Dächer und naturbelassene Holzwürfelchen mit zehn Millimeter Kantenlänge als Geschosse. Mit knapp 20 Euro hatte ich den ersten Grundstock an Spielsteinen zusammen.
Dann hatten wir alles zusammen, die Regeln waren schnell erklärt (‚den Pfeil der Drehscheibe drehen und den Anweisungen folgen‘) und konnten losspielen!
Das erste Spiel dauerte gut 45 Minuten und es gab nur ein paar Unsicherheiten bezüglich einzelner Spielzüge und Kombinationen. Anfänglich dachte man vielleicht, dass gar nicht so viel passiert, aber die Geschwindigkeit nahm zu und am Ende gab es einen Wettlauf um den Sieg. Alle waren der Meinung, „DASBAUSPIEL“ sei spielbar und mache sogar Spaß.
Die erste Feuerprobe war erfolgreich bestanden – und es folgten noch viele Spielrunden.
Die Spielidee, das Spielprinzip, die Funktion und die Gestaltung sind durch notarielle Hinterlegung geschützt: